Konfirmanden wurden verzaubert

Unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden aus Albshausen und Steindorf erleben zur Zeit den Unterricht im Gemeindehaus unter Auflagen der Corona-Bestimmungen, was Hygiene und Abstand betrifft.

Das bedeutet, dass der Konfirmandenunterricht von Diakon Stefan Zeiger und Pfarrer Hans-Jörg Ott in der Regel an Tischen stattfindet und nicht wie sonst lebendig und „bewegt bewegend“.

Ganz anders am Konfirmandentag des Kirchenkreises an Lahn und Dill.

Diakon Zeiger hatte gemeinsam mit einigen Kolleginnen und Kollegen den aus Funk und Fernsehen bekannte Zauberkünstler Mr. Joy alias Karsten Strohhäcker eingeladen.

Der Artist, Illusionist, Jongleur, Komiker verfügt über ein vielfältiges Repertoire. Normalerweise finden die Konfirmandentage mit 300 bis 400 Konfirmandinnen und Konfirmanden Jahr für Jahr im Paul-Schneider-Freizeitheim statt. Wegen Corona mußte in diesem Jahr der gewohnte Tag ausfallen.

Ein guter Gastgeber war uns in diesem Jahr die Volkshalle in Ehringshausen, wo im Hinblick auf die geltenden Hygiene- und Abstandsbestimmungen der zauberhafte Tag mit drei Veranstaltungen a. 90 Minuten stattfinden konnte.

16 Gemeinden hatten sich am Ende angemeldet und wir haben uns aus Steindorf und Albshausen mit Fahrrädern auf den Weg gemacht. Diakon Stefan Zeiger, Kirchmeister Wolfgang Velten und die Ehrenamtlichen Betreuer Nicole Buss, Ronny Hein und Anna Schmidt führten die Gruppe über fast 34 Kilometer auf dem Radweg über die Grube Fortuna nach Ehringshausen und von dort über den Dill-Radweg und Wetzlar zurück nach Hause. Ein schönes Bild war das, zumal auch die Kirchengemeinden Oberndorf und Burgsolms mit uns im großen Verband und im bunten Lindwurm an Fahrrädern unterwegs waren.

Die Öffentlichkeitsreferentin Uta Barnikol-Lübeck brachte es auf den Punkt: „Mr. Joy hat einiges zu bieten und bekam am Ende dafür auch jede Menge verdienten Applaus. Spektakulär gleich zu Anfang der Trick mit dem großen Ventilator: Der Künstler kletterte von hinten durch eine kreisförmige schwarze Stoffwand, hinter der die Zuschauer schnell rotierende Metallflügel wahrnahmen.

Das Spiel mit Illusion und Wirklichkeit hat bei Karsten Strohhäcker einen handfesten Hintergrund: Er möchte, dass die Jugendlichen ihre Konfirmandenzeit nutzen, um Fragen nach dem Glauben zu stellen und dabei Zugang zu Gott und Kirche bekommen. Und dazu lässt er sich eine Menge einfallen. Wem wurde beispielsweise das Vaterunser schon einmal als Jonglage-Nummer nahegebracht? Oder wer hört aus aufgefangenen Bällen die Aussage: „Gott lässt dich nicht fallen“? Dass für ihn Jesu Geschichte entscheidend ist, um Gott näher zu kommen, ließ Mr. Joy an einer sehr persönlichen Erfahrung deutlich werden: „Wem könnt ihr mehr vertrauen als dem, der sagt: ‚Ich gebe mein Herz für dich hin‘?“

Wie Glauben und Vertrauen zusammenhängen, erfuhren die Jugendlichen, als der Künstler Freiwillige nach vorne bat und dabei Kunststücke mit einer stilisierten Rattenfalle und einer Guillotine vorführte. Leichtigkeit und Freiheit standen bei der Nummer mit dem fliegenden Teppich im Mittelpunkt, auf dem eine Jugendliche über der Bühne schwebte.“

„Es ist keine einfache Zeit in der wir uns befinden. Um so wichtiger ist es, dass wir sensibel bleiben und genau prüfen welche Art von Veranstaltungen für welche Zielgruppe in welchen Räumlichkeiten möglich sind. Die Kirchengemeinden als Veranstalter tragen als öffentlicher Träger eine große Verantwortung. Ein Konfirmandentag wie dieser erfüllt ein wenig Sehnsucht nach etwas Normalität. Ein „kleiner Leuchtturm“, der durch zauberhaften persönlichen Zuspruch die Zuversicht und Hoffnung jedes Einzelnen in vielerlei Hinsicht gestärkt hat“, so Diakon Stefan Zeiger am Ende des Tages.

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